Smolly: Der Warmwasserspeicher vom Schrottplatz

Nachdem ich die rustikale Räuchertonne, angefertigt aus einem ausgedienten Warmwasserkessel, beim Räucherkurs gesehen habe war die Richtung klar: Genauso ein Ding musste her.  Also auf gings mit vollem Elan und Tatendrang zu meinem Lieblingsschrottplatz. Ernüchterung stellte sich bei mir ein, als der Schrotthändler mir sagte: „Das kannste vergessen, Kollege. Diese Kessel sind hier so schnell wieder weg, die berühren hier oft noch nicht mal den Boden. Die sind größtenteils schon auf Vorbestellung reserviert, und da dann auch noch Wunschmaße haben wollen, das kannste knicken“.

Auf der Rückfahrt war ich es, der geknickt war. So hatte ich mir das nicht gedacht. Aber es ist doch immer gut, noch einen Alternativschrottplatz in der Hinterhand zu haben.

Einige Tage später fuhr ich dorthin und nahm die Fotos von dem Smoker mit. Das stellte sich im Nachhinein als gut heraus, denn der dortige Schrotthändler war von den Fotos sehr angetan. Nachdem ich ihn in mein Vorhaben eingeweiht hatte sah er es als seinen persönlichen Auftrag an, mich umgehend zu informieren, sobald ein Kessel mit 40cm Durchmesser bei ihm aufschlägt. Ca. 2 Monate später war es soweit, der Anruf kam: „Hey, ich habe deine Grilltonne hier, 40 cm Durchmesser“. Ich fuhr hin, machte mir aber keine großen Hoffnungen, das es sich um einen passenden Kessel handeln könnte.
Aber was ich dann sah, verschlug mir die Sprache: ein wunderschöner Warmwasserspeicher in den Traummaßen: 150cm x 40cm Durchmesser! Da war alles drin, Garkammer, Brennkammer und sogar die Räder. Wahnsinn!
Ich nachdem ich langsam wieder meine Fassung erlangte, wandte ich mich dem Schrotti zu und sagte: „Sehr schön, aber den kann ich doch gar nicht bezahlen“. Sei trockene Antwort kam prompt: „Naja, nen Zwanni wirst Du doch noch über haben, oder?“ Ich frohlockte, lächerliche 20 EUR für so einen Traum in rostigem Stahl, das war geschenkt. Ich schlug ein, stelle das Ding an die Seite und holte mit PKW-Anhänger den Kessel nach Hause.

Mittlerweile war das Jahr aber schon sehr weit vorangeschritten, sodass der Kessel umbehandelt beim Nachbarn in die Ecke gestellt überwinterte.

Am sonnigen Samstag, den 18.April 2015 holte ich den Kessel aus seinem Winterschlaf und rückte ihm auf den Pelz. Zuerst musste er aus seiner Isolierschicht, eine Art Bauschaum. Diese wurde mit Stechbeitel vom Stahlkörper entfernt und in gelben Säcken entsorgt.

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Ausgangskörper: 1,50 Meter massiver Stahl

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Anschlüsse mussten herausgeflext werden. Die vorhandenen Schweißnähte an beiden Enden gaben gute Anhaltspunkte für die exakten Rundschnitte.

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Diese Heizspirale war eine echt zeitraubende und anstrengende Herausforderung. Sie war innen an mehreren Stellen an der Kesselwand angeschweißt und weigerte sich mit starken Kräften den Kessel zu verlassen. Letzten Endes konnte ich sie aber doch überzeugen. Wenn man sie hier so liegen sieht, sieht das eher unspektakulär aus. Aber bei geschlossenem Behälter ohne Röntgenblick kann so etwas eine echt harte Nuss sein, zumal wenn es gilt, möglichst wenig Schaden am Behälter anzurichten.

 

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Ergebnis eines Samstags vormittag: ein entkernter Warmwasserspeicher, der sauber in seiner Sollmaße zur weiteren Verarbeitung zerlegt wurde.

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