Mjölnir – der Zermalmer

Auf der Ü40 2009 in der Wedemark holte Ruedi Salzmann nach dem offiziellen Wettkämpfen eine Handvoll Wurfhölzer heraus. Die Flugbahn von den Dingern faszinierte mich total. Er nannte zwar den Namen, doch ich hatte ihn mir nicht gemerkt. Jörg Schlegel ließ ganz nebenbei das Wort „Rabbitstick“ fallen, und durch die tiefe Flugbahn konnte ich mir gut vorstellen, wie es zu diesem Namen kam. Stanislaus Plewinski erzählte, dass diese Form aus dem Buch Bumerangs rings um die Erde stamme. Der Flug dieser Wurfhölzer hinterließ bei mir einen bleibenden Eindruck, weshalb ich mir umgehend das Buch von Dietrich Evers zulegte. Dort las ich, dass Ruedis Wurfhölzer Vlaardingen Bumerangs waren. In der Bumerangwelt (wo auch sonst) war ein etwas besseres Abbild zu finden. Den Rohling aus 3cm Multiplex habe ich mittlerweile ausgeschnitten, eine Fertigstellung steht noch aus.

Bumerangs rings um die Erde

Denn das Vlaardingen Projekt wurde jäh unterbrochen durch das Kapitel über Thors Hammer. Dieser sollte offensichtlich ein Rückkehr Bumerang sein, was Dietrich Evers und einige DBC Mitglider laut Buch erfolgreich verprobt hatten. Die älteste gefundene Mjöllnir Form wurde von einem Felsenbild abgenommen.

Felsenbild:Mjöllnir mit Weltenrad

Von der Form des Hammers fasziniert, sollte dieses mein nächstes Projekt werden.  Ich skalierte die Zeichnung auf DIN-A4 hoch, und baute 2 Machbarbeitsstudien (also nur grobes Profil, ohne Feinschliff), je einen Links- und einen Rechtshänder. Obwohl der Linkshänder ein wenig besser flog, sind beide Ergebnisse jedoch absolut enttäuschend. Die Rotation des Hammers sieht sehr ausgewogen und harmonisch aus, jedoch weisen beiden Modelle einen typischen „Pappteller“ Flug auf. Nach der ersten 90° Kurve steigen sie extrem nach oben, und kommen von da oben eine S-Kurve beschreibend im Sturzflug nach unten und klappen dabei ab.


Rechtshänder – Profil


Linkshänder – Profil

Ich bin überzeugt, dass mit dem ursprünglichen Profil versehen dieses Wurfholz einen vollständigen Kreis fliegen kann, beweisen kann ich es bislang jedoch noch nicht. Ohne weitere Tipps komme ich hier erstmal nicht weiter, daher wende ich mich jetzt erstmal wieder dem Vlaardinger zu. Wäre nicht das erste Mal, dass ein vermeintliches funktionales Miststück letztlich doch super fliegt. Ich erwarte mir hier noch fachkundige Hilfe evtl. von den DBC Mitgliedern, die schon mal „den Hammer kreisen“ ließen. Vermutlich ist das Standard Flugzeugprofil nicht das richtige für dieses urtümliche Gerät, die Lücke zwischen antiken und der modernen Welt ist hier noch zu groß.

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